Die Suche nach dem perfekten Apple Watch Adapter

Ein Apple Watch Armband ist im Prinzip kein besonders kompliziertes Produkt: Es besteht aus einem Bandteil – in unserem Fall in der Regel aus Leder – sowie einer Schließe und einem Adapter.

Schließe und Lederband sind jeweils Komponenten, die bereits auf eine über 200 Jahre lange Geschichte zurückblicken können. Weil wir bei BandWerk mit einem aufwendigen und traditionellen Verfahren arbeiten, sind wir überzeugt, für diese Komponenten bereits Perfektion erreicht zu haben. Einem Anspruch, dem wir immer nachkommen möchten.

Die dritte Komponente

Die dritte Komponente, der Apple Watch Adapter, wurde erst vor knapp drei Jahren entwickelt und vorgestellt. Verhältnismäßig also eine sehr junge Technologie, die stetig reift und optimiert wird.

Auch für diese Komponente haben wir natürlich einen Anspruch auf Perfektion: Der perfekte Adapter muss erstens mechanisch, möglichst ohne Spaltmaße im Gehäuse der Watch arretieren, zweitens farblich und bezüglich des Finish perfekt zur Apple Watch passen und drittens beim Tragen der Uhr perfekten Halt garantieren.

Bisher haben wir dafür mit vielen verschiedenen Zulieferern zusammengearbeitet, um unserem Perfektionsanspruch möglichst nahezukommen.
Ganz reichte es uns aber nie: Mal waren die Adapter zwar optisch perfekt, mechanisch hatten sie im Gehäuse aber etwas zu viel Spiel. Andere Adapter waren optisch und mechanisch in Ordnung, wir konnten bei unseren Tests aber Korrosion des Adapter-Materials feststellen. Ein Ausschlusskriterium.

Lost in Translation

Oft waren es Verständigungsprobleme mit Zulieferern, die es verhinderten die Produkte weiter zu optimieren.
Zentrum für Güter dieser Art ist nämlich Shenzhen in China. Die Sonderwirtschaftszone im Südosten der Volksrepublik grenzt direkt an Hongkong und ist eine der wichtigsten Industriestandpunkte des Landes.

Um das bereits vorweg zu nehmen: Ja, unsere Adapter-Komponenten kommen aus China. Die Produktion des eigentlich Kernelements unserer Produkte – das Lederarmband an sich – findet natürlich zu 100 % in Deutschland statt.

Weil wir mittlerweile an einem Punkt waren, an dem wir merkten, dass wir die Adapter-Qualität per E-Mail und am Telefon nicht weiter verbessern konnten, entschieden wir uns (mein Kollege Jonas und ich – Vincent) persönlich nach China zu reisen, um die Sache in die Hand zu nehmen. Eine dreiwöchige Reise – Mitte Mai bis Anfang Juni – wurde geplant.

Unser Aufenthalt in China

Ausgangspunkt und „Base Camp″ unserer Reise war Hongkong. Die Millionenmetropole und Sonderverwaltungszone liegt nur wenige Kilometer südlich von Shenzhen und bietet für europäische Touristen und Geschäftsreisende den Vorteil, dass hier zur Einreise zunächst kein Visum benötigt wird. Wie wir später feststellen durften (oder mussten), unterscheiden sich die beiden Städte Shenzhen und Hongkong kulturell und insbesondere auch bezüglich Ihrer traditionellen Küche sehr stark.

Wer braucht schon Doppeldeckerbusse, wenn er auch Doppeldeckerstraßenbahnen haben kann?

Ein Visum für die Region Guangzhou erhält man direkt an der Grenze zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland (Mainland China), für jeweils fünf Tage am Stück. Weil wir die Wochenenden sowieso in Hongkong verbringen wollten, bot sich das für uns auch gut an.

Da keiner von uns beiden chinesisch beherrscht und Englisch in China eher selten gesprochen wird, mussten wir uns bei der Kommunikation vollständig auf unsere Dolmetscherin Gloria verlassen.
Und auch kulturell musste Gloria uns einige Dinge näher bringen, mit denen wir noch so unsere Probleme hatten.

Egal wo man in Shenzhen etwas essen möchte, man findet sein Geschirr immer erst einmal eingeschweißt in einer Plastikverpackung vor. Vielleicht nicht besonders umweltfreundlich, aber zumindest sind die Teller sauber – sollte man meinen: Vor dem Essen werden alle Teller und Becher noch einmal ausgewaschen – und zwar mit Tee!

Eingeschweißtes Geschirr in einem chinesischen Restaurant

Vielleicht ist das Victory-Zeichen das chinesische Pendant zum Daumen hoch bei uns, vielleicht aber auch nicht. Fest steht: Alle machen es. Immer.

Wir stellten uns beim Säubern des Geschirrs erstmal etwas unbeholfen an und verteilten die Hälfte des Tees auf dem Restaurant-Tisch, aber man sah es uns glücklicherweise nach.

Unsere Qualitätsansprüche

Zurück zur Adaptersuche: Die erste wichtige Erkenntnis erlangten wir schon am ersten Tag in Shenzhen: Die Suche würde einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Wege zwischen den Fabriken sind lang und die ganze Region in Guangzhou ist eine nicht-enden-wollende Großstadt, in der sich ein Wolkenkratzer an den nächsten reiht. In der Regel konnten wir an einem 12-Stunden-Tag etwa zwei bis drei Fabriken besuchen.

Die Fahrtzeiten zwischen den Fabrikbesuchen nutzen wir, um etwas Arbeit zu erledigen

Die zweite Erkenntnis, die wir machen durften war schon ausschlaggebender: Die Adapterproduktion lässt sich in zwei Qualitätskategorien aufteilen:

Bei der einen Variante werden Metallteile aus einer Edelstahlplatte gestanzt und anschließend in Form gepresst, gewalzt und gebohrt. Bei der anderen Methode wird der Adapter mithilfe einer CNC-Maschine aus einem massiven Edelstahlblock mikrometergenau gefräst. 

Letztere Methode ist wesentlich teurer, verspricht aber eine viel bessere Passgenauigkeit.

Während der Bürotermine wird meist Tee serviert

Auf eine Produktionsmethode hatten wir uns also bereits festgelegt. Blieb weiterhin die Problematik mit Farben und Finishs. Schließlich soll der Adapter nicht nur mechanisch, sondern auch optisch perfekt zum Gehäuse der jeweiligen Uhr passen.

Chinesische Arbeitsmoral

Nachdem wir einen Zulieferer gefunden hatten, der mechanisch perfekt sitzende Adapter mittels des CNC-Verfahrens herstellen konnte, stand das Problem der optimalen Optik weiterhin im Raum.
Ausgestattet mit jeder Variante der Apple Watch, machten wir uns gemeinsam mit Experten daran, das Finish und die Farbe der Adapter zu perfektionieren.

An dieser Stelle möchte ich eine Lobeshymne auf die chinesische Arbeitsmoral anstimmen: Wenn wir die Fabrik um 9 Uhr Abends verließen, konnten wir häufig schon am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh die farblich optimierten Produktmuster begutachten.

Einige Tage später erreichten wir das, woran wir die letzten zwei Jahre aus München gearbeitet hatten: Wir hatten den perfekten Adapter gefunden.

Wir begutachten zwei Muster auf Farbtreue

Neben dem einzigartigen Fleiß, war es auch die chinesische Gastfreundschaft, die uns sehr beeindrucken konnte. Kaum ein Fabrikbesuch bei dem wir nicht zum Mittag- oder Abendessen eingeladen worden wären.
Zwar fragte man uns stets, ob wir gerne in ein Restaurant für westliches Essen gehen würden, wir lehnten aber aus Höflichkeit ab und wurden dann häufig mit Spezialitäten überrascht, an die sich unser europäischer Gaumen erst einmal gewöhnen musste.

Deutscher GauMen trifft auf chinesische Küche

Chinesische Mahlzeiten sind sehr fleischlastig und oft etwas zäher als wir es in Europa gewohnt sind. Scheinbar ist es außerdem ein Zeichen für Qualität, wenn man sehr genau erkennen kann, welches Körperteil des Tieres man da verspeist. Ein Schweinebein beispielsweise oder kompletter Fisch, inklusive Kopf und Flossen.
Dann gäbe es noch meine persönlichen Favoriten: Ein Huhn, das zunächst in seinen Einzelteilen zubereitet, anschließend aber wieder komplett zusammengesetzt wird und so aussieht, als hätte es direkt auf dem Servierteller sein Ende gefunden.
An den Begriff für das Gericht kann ich mich leider nicht mehr erinnern, ich nenne es „Frankensteins Hühnchen

Das Auge isst mit, aber bitte nicht das Auge mitessen

Europäisches Essen in China ist weniger empfehlenswert. Wir versuchten uns einmal an etwas, das zwar wie eine Pizza aussah, geschmacklich aber mehr Gemeinsamkeiten mit einem Käsekuchen hatte – einem Käsekuchen mit Schinken und Pilzen.

Was natürlich auch nicht fehlen durfte, war der obligatorische Besuch beim Karaoke. Jonas und ich versuchten uns an Klassikern wie Wonderwall und Hotel California. Unsere Gastgeber wussten uns trotz durchwachsener Leistung am Mikrofon mit tosendem Applaus zu schmeicheln.

Leider haben wir es nicht in den Recall geschafft 🙁

Unser Fazit

Zu guter Letzt konnten wir bei unserem Aufenthalt in China genau das erreichen, was wir ursprünglich geplant hatten: Den idealen Adapter finden, der unsere Ansprüche erfüllt und gleichzeitig langfristige Geschäftsbeziehungen aufbauen, um auch für die Zukunft gewappnet zu sein.

Einige Detailbilder der neuen Adapter finden Sie weiter unten:

3 Idee über “Die Suche nach dem perfekten Apple Watch Adapter

  1. Helmut sagt:

    Hallo Bandwerker,

    trotz aller Suche: Ich habe bisher nichts gefunden was besser wäre. Euer Aufwand hat sich hoffentlich gelohnt. Alle (!!!) wirklich alle Adapter aus China haben irgendein Problem, ja bis auf Eines: Das von Bandwerk!

    Ich werde Bandwerk empfehlen wo ich nur kann. Einfach toll, weiter so!

  2. Pwx sagt:

    Top! Mit CNC Maschine gefräst garantiert maximale Präzision. Alles andere ist Schrott. Die Chinesen nutzen dafür meist deutsche CNC Maschinen mit Siemens Steuerungen. Also – indirekt – auch „Made in Germany“, wie das Lederteil. Einfach passen muss das alles. Die Marke Bandwerk kann sich keine Kompromisse leisten bei und Präzision und Qualität!

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