Unter Uhrenenthusiasten herrscht Krieg, es tobt ein unerbittlicher Kampf, eine Schlacht zwischen traditionellen Hardlinern und progressiven Uhrenfans.
Obwohl … na gut, ganz so schlimm ist es nicht, aber wenn man sich aktuell die Kommentarspalten beliebter Uhrenblogs ansieht, könnte man das fast meinen.

„… als würde der CEO von McDonald’s das Cover des Guide Michelin zieren“

– Kommentar auf Hodinkee.com

Als das bekannte Uhrenmagazin HODINKEE Jony Ive (Apple’s Design-Chef) auf sein Cover druckt, hagelt es Kritik: Das wäre in etwa so „als würde der CEO von McDonald’s das Cover des Guide Michelin zieren.“ – Gefühle wurden verletzt, aus den Menschen spricht Wut und Verzweiflung.
Jetzt folgt der Untergang der traditionellen Uhrenindustrie, die Schweiz verwandelt sich in ein postapokalyptisches Ödland, und das alles nur wegen Jony.

Oder etwa nicht? Schaut man sich die Statistiken an, zeigt sich, dass die Uhrenexporte der Schweiz nicht nur stabil geblieben sind, sondern zuletzt sogar zugenommen haben.
Der Teufel liegt hier aber im Detail: Denn während High-End-Marken wie Rolex und Omega einen ganz anderen Markt bedienen als Apple, sieht es für ein anderes Segment zunehmend düster aus: hochwertige Quarzuhren; beispielsweise von Fossil, Swatch und Tissot.

Im Preissegment zwischen 100 und 500 Euro konkurrieren diese Uhren nämlich auch mit Smartwatches; insbesondere mit der Apple Watch.

Entwicklung der Schweizer Uhrenexporte

(Quelle: Federation of the Swiss Watch Industry FH 2018 )

Entwicklung der Schweizer Uhrenexporte

(Quelle: Federation of the Swiss Watch Industry FH 2018 )

Die neue Quarzkrise?

Die Fossil-Aktie beispielsweise ist seit dem Launch der Apple Watch 2015 um über 500% gefallen.
Man versucht jetzt eigene Smartwatches auf dem Markt zu platzieren.

Beliebte Alternative zur Apple Watch: Die sogenannten Hybrid Smartwatches. Diese Uhren haben analoge Zeiger wie eine konventionelle Uhr, verfügen aber gleichzeitig über Aktivitäts- und Schlaftracker, vibrieren um auf Anrufe und Nachrichten aufmerksam zu machen und beinhalten noch anderen Smart-Schnickschnack. So richtig gezündet hat das alles aber noch nicht.

Apple führt den Smartwatch-Markt weiterhin mit großem Vorsprung an, gefolgt von Samsung und Fitbit.

Die Fitbit-Aktie. Die Apple Watch ist seit
April 2015 erhältlich.

Die Fossil-Aktie. Die Smartwatch-Sparte wurde Anfang des Jahres an Google verkauft.

Designed by Apple in California all over the World

So viel zur aktuellen Entwicklung in der Welt der Uhren. Nachdem Apple nun der größte Uhrenproduzent der Welt ist, drängt sich die Frage auf, ob sich Kalifornien zukünftig zum Zentrum der Uhrenwelt entwickeln könnte. Interessant dabei wäre zu wissen, wie viel Kalifornien eigentlich in der Apple Watch steckt.

In einem Interview mit dem Hodinkee-Magazin verrät Jony Ive, wer am Design und der Entwicklung maßgeblich mitgewirkt hat.
Ausnahmsweise streckte Apple hier seine Fühler auf der Suche nach internationalen Industrieexperten aus. Allen voran der Australier Marc Newson, der zuvor mit Jaeger LeCoultre zusammengearbeitet und darüber hinaus die legendären Ikepod-Uhrenmodelle entworfen hatte.

Marc Newson

(Quelle: cappellini.it)

Large Pod Watch (1986)

(Quelle: marc-newson.com)

Ikepod Horizon
(2006)

(Quelle: Pinterest)

Die Gehäuseform der Apple Watch erinnert beispielsweise stark an Newsons Manatee Watch aus dem Jahre 2001. Das Silikonarmband der Ikepod Horizon ist mit dem der Apple Watch fast identisch. Der „Nippelverschluss“ war so ähnlich sogar schon 1986 im Design der „Large Pod Watch“ vorzufinden.

Um höchste Genauigkeit der Zeitmessung zu garantieren kooperierte Apple mit Experten der Horologie wie Jonathan Betts. Der Kurator des Royal Observatory in Greenwich, hat sein Leben der Zeitmessung verschrieben und lieferte wertvollen Input.

Laut Apple liegt die Zeit auf zwei beliebigen Apple Watches maximal 50 Millisekunden auseinander. Die Genauigkeit des Sekundenzeigers auf dem Display werde mit Highspeed-Kameras getestet und mit Apples eigener Atomuhr abgeglichen.

Jonathan Betts

(Quelle: saving-time.org)

Um höchste Genauigkeit der Zeitmessung zu garantieren kooperierte Apple mit Experten der Horologie wie Jonathan Betts.

Jonathan Betts

(Quelle: saving-time.org)

Der Kurator des Royal Observatory in Greenwich, hat sein Leben der Zeitmessung verschrieben und lieferte wertvollen Input.

Laut Apple liegt die Zeit auf zwei beliebigen Apple Watches maximal 50 Millisekunden auseinander. Die Genauigkeit des Sekundenzeigers auf dem Display werde mit Highspeed-Kameras getestet und mit Apples eigener Atomuhr abgeglichen.

Wer schaut hier eigentlich bei wem ab?

Apple ist einer der wenigen Anbieter von Smart Watches, der für bestimmte Modelle auch nicht davor zurückschreckte, Gehäuse aus Gold oder Keramik zu fertigen und damit auch in die Welt der Luxusuhren einzutauchen.
Apple schaut also nach Genf, Biel, Le Brassus: „Was machen die Kollegen in der Schweiz? Was verkauft sich?“

Swiss Alp Watch

Ganz einseitig ist das aber nicht: Das unverkennbare Gehäuse-Design der Apple Watch inspirierte die Swiss Alp Watch der Schweizer Uhrenmanufaktur „H. Moser & Cie“. Das Modell mit Tourbillon-Komplikation hat keine Zeiger, sondern spielt eine kleine Melodie vor, die die Zeit indiziert – die sogenannte Minutenrepitition.

Wem das 310.000 € wert ist sollte zugreifen. Schließlich gibt es auch noch ein schönes Kroko-Armband dazu. Wer sich etwa 309.700€ sparen möchte findet ein hochwertiges Alligatorleder-Armband für die Apple Watch übrigens auch bei uns. Der Tipp ist also bares Geld Wert – gerne geschehen!

Swiss Alp Watch
Apple Watch Series 4

Ganz einseitig ist das aber nicht: Das unverkennbare Gehäuse-Design der Apple Watch inspirierte die Swiss Alp Watch der Schweizer Uhrenmanufaktur „H. Moser & Cie“. Das Modell mit Tourbillon-Komplikation hat keine Zeiger, sondern spielt eine kleine Melodie vor, die die Zeit indiziert – die sogenannte Minutenrepitition.

Wem das 310.000€ wert ist sollte zugreifen. Schließlich gibt es auch noch ein schönes Kroko-Armband dazu. Wer sich etwa 309.700€ sparen möchte findet ein hochwertiges Alligatorleder-Armband für die Apple Watch übrigens auch bei uns. Der Tipp ist also bares Geld Wert – gerne geschehen!

Best of both worlds

Auch wenn Apple und Rolex nicht um Käufer konkurrieren müssen: Der Platz am Handgelenk des Apple Watch Besitzers ist dennoch ein hart umkämpftes Grundstück. Wer seine Aktivitätsauszeichnungen nicht aufs Spiel setzen will, muss kreativ werden, wenn gleichzeitig mit einer Luxusuhr ein Statement gesetzt werden soll.

Zum Glück haben wir ja zwei Handgelenke, und so setzt sich mittlerweile eine neuer Trend durch: das Double Wristing.
Am linken Handgelenk findet die gute alte mechanische Uhr den altbewährten Platz, rechts macht die Apple Watch ihren Job. Auch eine Lösung.

Wem das nicht blöd genug aussieht, kann sich die Watch sicher auch als Anklet ans Fußgelenk schnallen. Hauptsache, der Puls wird gemessen.

Und die Köpfe hinter Apple?

Heute sieht man die Führungsebene in Cupertino natürlich nur mit der Apple Watch am Handgelenk, alles andere wäre reinste Blasphemie. Vor der Apple Watch mochte man es aber auch hier ganz klassisch. Jony Ive sagt, er habe sich als erste mechanische Uhr eine Omega Speedmaster gekauft (das Modell, das 1969 als erste Uhr auf dem Mond getragen wurde).

Steve Jobs trug eine analoge Seiko 6431-6030. Ein unkompliziertes Modell. So wie er selbst und die Firma, die er aufbaute.

Steve Jobs Seiko 6431-6030

2016 wurde seine Uhr für $42.500 USD bei einer Auktion versteigert.

Steve Jobs Seiko 6431-6030

2016 wurde seine Uhr für $42.500 USD bei einer Auktion versteigert.

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